Populismus in Schule und Gesellschaft – Gefahr oder Belebung für die Demokratie?

Vortrag Dr Fisch Orga Team  

In der gut besuchten Cafeteria unserer Schulen lauschten am Dienstag, den 28.5. zahlreiche Schülerinnen, Schüler und viele erwachsene Interessierte dem spannenden und aufschlussreichen Vortrag von Herrn Dr. Andreas Fisch, dem Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsethik im Sozialinstitut Kommende in Dortmund, der sich auch als Migrationsexperte auszeichnet. Kurz nach der Europawahl und dem 70. Geburtstag unseres Grundgesetzes war dieser Vortrag aktuell und zeitnah. Nach der Begrüßung des Referenten durch Frau M. Klösener-Voß von der Fachschaft Politik und Frau B. Schmidt von der Schulseelsorge, klärte Dr. Fisch seine Zuhörerschaft über kritische Fragen auf:

Was sind eigentliche rechtspopulistische Kommunikationsstrategien? Zum Beispiel Behauptungen aufzustellen ohne konkrete Fakten beizubringen. Um Streitgespräche richtig einzuschätzen, sei es gut sich zu vergewissern, welche Fakten hinter Behauptungen tatsächlich stehen. Stark verkürzte Sachverhalte und zum Teil sogar Falschinformationen seien bei den Populisten keine Seltenheit.

Anschaulich machte Dr. Fisch dies anhand statistischer Informationen zur Kriminalität ausländischer Menschen. Er entlarvte die populistische Tendenz, oftmals Flüchtlinge und Ausländer für kriminelle Handlungen verantwortlich zu machen, ohne wirkliche Auffälligkeiten zu kennen. Dabei erweisen sich die Pauschalaussagen zur „Ausländerkriminalität“ eher als Verschleierung von Problemen, denn als Tabubrecher. Im 2. Teil des Abends ging es ihm vor allem darum, Lösungsansätze vorzustellen, die sich um die entscheidenden Fragen drehen: Was brauchen wir eigentlich wirklich in Politik und Gesellschaft? Und: Wie wollen wir in Zukunft miteinander leben?

Dr Fisch 1

 

Dr Fisch 2

 

Vortrag Dr Fisch Technik

 

 

Wichtig sei, Hoffnungsperspektiven aufzuzeigen, etwa Schulen, die Vielfalt leben und gegenseitigen Respekt einüben und kein Pessimismus als Mittel zum Zweck. „Von den politischen Parteien erwarte ich, dass sie nicht Konzepte anderer Parteien schlecht reden, sondern dass sie bessere Lösungsvorschläge ausarbeiten!“

Dabei sei es gut, über vieles kontrovers zu diskutieren, um sich demokratisch zu positionieren. Auch in der Schule ginge es darum, im Schüler/innen-Lehrer/innenaustausch ehrlich über Interessen und Überzeugungen zu sprechen und gemeinsam Orientierung zu suchen. Dabei käme Lehrkräften oft die Rolle zu, die Überwältigung durch populistische Parolen zuerst zu versachlichen, um ernsthaft über ein Thema diskutieren zu können. Dr. Fisch warnte davor, die Kontroverse im Unterricht immer an den unproduktiven Extrempositionen aufzuhängen und empfahl stattdessen eher Kontroversen mit umsetzbaren Positionen für eine Debatte auszuwählen. In der anschließenden Diskussion konnte Dr. Fisch noch viele Fragen anschaulich beantworten, so dass Herr Hildmann als Schulleiter sich bei ihm und dem interessierten Publikum am Ende herzlich bedanken konnte. Der Dank galt auch den Schüler/innen Annika, Paula, Philipp und Florian aus der Politik- und Technik-AG für ihre engagierte Mithilfe.

Text: B. Schmidt, Fotos: A. Wurm