St. Michael bewirbt sich als "Schule ohne Rassismus"

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Im Rahmen unserer Bewerbung als „Schule ohne Rassismus“ bot es sich an, das Theaterstück „Dreck“ an unsere Schule zu holen und zum Pflichtprogramm für die Jahrgangsstufen 8 und 9 während des Vormittagsunterrichts zu machen. Dem Schauspieler Alexander Matakas von der Kulturschule Leipzig gelang es gut, die Aufmerksamkeit des jungen Publikums zu binden, ging er doch als Rosenverkäufer auch immer wieder in die Reihen des Publikums und weckte so immer wieder die Neugier. Geschickt spielte er mit Erwartungshaltungen und Vorurteilen, wechselte immer wieder die Perspektiven, war einmal der ausländische, nur eben geduldete Rosenverkäufer, der aber im Hintergrund nicht nur eine Familie mit zwei Kindern hat, sondern auch eine akademischen Bildungsgrad und Liebe zur deutschen Kultur, dann wieder der Vertreter des deutschen Stammtisches in seiner rechtspopulistischen Ausprägung. So gelang es ihm, ein ernstes Thema unterhaltsam vorzutragen.

Theater Dreck 2 Kopie

Souverän spielte er auf der Klaviatur der Vorurteile: Ausländer als Ursache allen Übels, Ausländer, die anders und gewaltbereit sind, Ausländer, die das Sozialsystem ausnutzen, die dreckig und verlogen sind. Diese Vorurteile kommentierte er dann mit den Worten „Ich bin kein Faschist.“ Auch die Jugendsprache mit ihren abwertenden Schimpfworten wurde zum Thema. Letztendlich richtete er sich an sein junges Publikum mit den Worten „Steht auf!“, seid mutig, zeigt Zivilcourage im Alltag!

Text/ Fotos: E. Cremer