Veränderungen im Michaelskloster

"Innovativ von alters her..." (Zitat Sr. M. Ancilla Ernstberger)

Immer gab es tüchtige Oberinnen an der Spitze des Schwesternkonventes, die darüber wachten, dass Kloster und Schulen auf der Höhe der Zeit blieben. 1743 z.B. bekamen die Schwestern erstmals Schuhe mit Absätzen. Zur Zeit des Ordensgründers galten Absätze als Zeichen der Vornehmheit, ja der Eitelkeit; und deshalb hatte Pierre Fourier den Schwestern in die Klosterregel geschrieben: „Die Schuhen sollen gantz gemein von Kalb=Leder / ohne Zier / ohne hölzerne Stöckel ... seyn." Oberin Maria Anna de Bonnivet wollte das ändern, sie besprach das mit den Schwestern und ließ nach mehrheitlicher Zustimmung jeder, die das wollte, ein Paar Schuhe mit Absätzen anfertigen. Was uns heute nebensächlich vorkommt, war damals nicht nur bei den Schwestern, sondern auch bei den überwiegend einfachen Menschen eine unerhörte Neuerung. Dahinter steckte letztlich ein tiefgreifender Veränderungswille: das 18. Jahrhundert als Zeit der Aufklärung, der Französischen Revolution, Ausdruck des Willens der Menschen im 3. Stand zu mehr Gleichberechtigung!

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