Selten war ein Satz so zutreffend, auch wenn das Schalker Gymnasium aus Gelsenkirchen das Finale der NRW-Schulmeisterschaften im Slam-Dreikampf mit genau einem Punkt Vorsprung vor den beiden zweitplatzierten Teams, der Esther-Bejarano-Gesamtschule aus Freudenberg und unserem Gymnasium St. Michael, gewinnen konnte.
In der Tat gab es bei diesem kulturellen Wettkampf, der am Samstag, dem 15.3. im Ausweichquartier der Kulturwerkstatt stattfand, lange Zeit keine Favoriten, lagen doch vor der letzten Kategorie alle drei Finalisten gleichauf. Die sog. offene Kategorie, bei der die Teams frei entscheiden können, was sie präsentieren möchten, musste somit entscheiden, wer den begehrten Wanderpokal für ein Jahr mit nach Hause nehmen konnte.
Vorher waren bereits die Präsentationen in den Kategorien Musik, Poetry Slam und Film von den anwesenden Zuschauer:innen bejubelt worden. Die Leistungen aller Teilnehmenden konnten sich sehen und hören lassen und zeigten die breite Vielfalt, die die Faszination dieses Wettbewerbs ausmacht. Cure-Musik stand neben Raps, Texte drehten sich um das Selbst-Verständnis von Frauen, Wut, Stimmen des Selbstzweifels, politische Gedanken sowie die Verarbeitung von Liebeskummer, und in der Film-Kategorie illustrierten alle Teams, was junge Menschen heute bewegt: Cybermobbing und die Bedeutung der Freundschaft, die Flucht vor den eigenen dunklen Gedanken, das Problem, in sich selbst gefangen zu sein. „Wir sind die Jugend!“, leuchtete es von der Leinwand, und wenn diese Jugend typisch für ihre Generation ist, muss uns um unsere Zukunft nicht bang sein.
Liebe Anne, Ellen, Hanna, Kim, Lisa-Marie, Madita, Marietta, Sophie, Thea, Tina, lieber Philip und lieber Till! Mein herzlicher Dank gilt euch allen, die ihr St. Michael so würdig und mit Herzblut vertreten habt! Manche von euch sind schon seit mehreren Jahren Teil unserer kulturellen Schulmannschaft, andere erst seit diesem Schuljahr dabei. Ihr habt neben allen schulischen und außerschulischen Anforderungen, neben den Vorbereitungen auf das Abitur, Klausuren und Klassenarbeiten keinen Moment gezögert, an diesem Projekt teilzunehmen. Dabei seid ihr in kürzester Zeit zu einer funktionierenden Gruppe zusammengewachsen, in der alle füreinander da sind und in der alle Aufgaben übernehmen und in neue Rollen springen, wenn jemand plötzlich erkrankt. Im besten Sinne habt ihr gezeigt, was und wie Schule sein kann, und habt en passant die vier Schlüsselkompetenzen für das 21. Jahrhundert trainiert: Kollaboration, kritisches Denken, Kommunikation und Kreativität.
Ich wünsche euch, dass ihr nicht aufhört, Texte zu schreiben, Musik zu machen, Filme zu drehen und Theater zu spielen, und beglückwünsche euch zu einem phantastischen 2. Platz!
Text / Foto: P. Ritter-Osterfeld
