Ein Team aus Schülerinnen und Schülern unterschiedlichsten Alters nahm zwei Stunden Anreise nach Siegen in Kauf, um am diesjährigen Slam-Dreikampf NRW teilzunehmen. Vier Stunden Performance in vier Kategorien warteten auf alle, die sich in der Bismarckhalle eingefunden hatten - darunter fünf Eltern, die mit Herzblut Taxidienste leisteten, damit die sechs Vertreter und Vertreterinnen unserer Schule das präsentieren konnten, was sie in den vergangenen Monaten allein und in Workshops erarbeitet hatten. Leider musste eine Teilnehmerin krankheitsbedingt zu Hause bleiben; die sieben Paderborner Unterstützer und Unterstützerinnen im Publikum taten jedoch ihr Bestes, um dieses Handicap auszugleichen. Die Achtung vor der Leistung der anderen und die Fairness, die den Umgang der verschiedenen Schulteams miteinander auszeichnet, trugen ebenfalls dazu bei, dass die anfängliche Besorgnis sich legte und nur das normale Lampenfieber blieb. Dass die Hälfte unseres Teams aus den Jahrgangsstufen 9 und 10 kommt, macht Hoffnung darauf, unsere Schule auch in den kommenden Jahren bei diesem spannenden Event zu sehen. Ohnehin unschlagbar ist das ungeheure Engagement, das alle Teilnehmenden zeigten und das mindestens 10 Punkte verdient!
Soweit die nackten Zahlen, die allerdings nur in Ansätzen das wiedergeben können, was wir gestern in Siegen erleben durften. „Es macht Spaß, hier mitzumachen“, stellte Samuel, der mit Till für die Gestaltung des Video-Beitrags verantwortlich zeichnete, fest, „weil man so viele verschiedene Ansätze sieht, wie man sich einem Thema nähern kann.“ Auch Anna und Ben strahlten. Sie hatten gerade ihren Song präsentiert, bei dem das gesamte Publikum in atemloser Stille gelauscht hatte, bevor es in ohrenbetäubenden Applaus ausbrach. „Wir können hier so viele Erfahrungen sammeln, uns mit anderen connecten und Leute mit denselben Interessen treffen“, ergänzen sie. Dass man dabei über sich hinauswachsen kann, zeigten Till und Jan-Louis, die nicht nur ihren Originalbeitrag für die Poetry-Slam-Kategorie umstrukturieren mussten, sondern sich in der freien Kategorie einer enormen Herausforderung stellten: Sie boten - bisher als einziges Team in der nunmehr sechsjährigen Wettbewerbsgeschichte - einen Impro-Slam an, bei dem sie nach einer 30-minütigen Vorbereitungszeit einen Text performten, der sechs Begriffe beinhalten musste, die ihnen das Publikum spontan vorgegeben hatte.
Die Leistung unseres Teams wurde insgesamt mit der höchsten Gesamtwertungspunktzahl belohnt. Dass dennoch die Clara-Schumann-Gesamtschule Kreuztal mit 0,5 Punkten Vorsprung den Titel erringen konnte, liegt daran, dass bei der Ermittlung der Siegerschule nur die Platzierungen in den einzelnen Kategorien gewertet wurden. Sie konnte zwei Kategorien allein für sich verzeichnen, während wir eine Kategorie allein gewannen und uns in einer zweiten Kategorie den ersten Platz mit einer anderen Schule teilten.
Diese Zahlen aber werden den Teilnehmenden nicht vorrangig in Erinnerung bleiben. Was zählt, sind vielmehr die Begegnungen mit den anderen Schülerinnen und Schülern, die Erinnerung an das Herzklopfen vor dem Auftritt und das Leuchten in den Augen, wenn der verdiente Beifall als Anerkennung des Publikums erklingt.
Text/Fotos: Petra Ritter-Osterfeld
